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DIE WASSERBURG ANSTEL


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DIE WASSERBURG ANSTEL - Erstmals erwähnt 1155


Das älteste profane Baudenkmal der Gemeinde Rommerskirchen ist die Wasserburg Anstel.
Bereits 1155 wird in einer Urkunde von einem "Sigefridus de Anstele" berichtet.
Die Burg lässt das Aussehen der damaligen Anlage erahnen. Um 1000 baute man quadratische oder rechteckige Wohntürme.
Ein solcher steinerner Wohnturm ist in der Burg Anstel enthalten, äußerlich jedoch nicht zu erkennen.
Die Nordostecke weist in den Maßen 8 mal 8,25 Meter einen solchen Wohnturm auf,
der sich durch seine ungewöhnliche Mauerstärke an allen vier Seiten vom übrigen Bauwerk abhebt.
Die Mauern sind bis zu 2,40 Meter stark.
Wann die erste Burg in Anstel errichtet wurde, kann nur durch Ausgrabungen im Burgbereich geklärt werden,
die bisher nicht durchgeführt wurden.
Sicher ist, dass sich Mitte des 12.Jh. eine Familie "de Anstele" nannte und Besitzer einer Burg war.
Ab 1209 nennen sich die Besitzer von Anstel "Ritter", nach 1270 nur noch "Knappen".
1371 wurde ein Knappe von Anstel, Heinrich mit dem Barte,
durch den Erzbischof von Köln mit der Burg belehnt; er nannte sich auch 1398 noch "von Anstel".
Um 1400 hat Heinrich von Siegenhofen die Burg durch Kauf erworben und erscheint in Urkunden fortan mit dem Zusatz "gen. Anstel".
Er war bis 1399 Pächter des Ramrather Hofes. Das Geschlecht von Siegenhofen hat die Burg bis zum Aussterben in männlicher Linie behalten.
Die Nachkommen aus weiblicher Linie, die Familie Schaetzel,
verkaufte 1911 das Rittergut an einen Makler, der im gleichen Jahr von den zugehörigen Ländereien
50 Morgen parzellenweise und den Hof mit den restlichen 108 Morgen an Theodor Jochemich veräußerte.
Umbau 1722 Noch heute nutzt die Familie Jochemich die Burg in dritter Generation als landwirtschaftlichen Betrieb.
Nach Umbau der Burg 1722 in eine barocke Wohnanlage blieb der der bauliche Bestand bis heute unverändert.
Die Backsteinmauern des zweigeschossigen Wohnhauses mit einem Sockel sind geschlämmt,
die Fenster mit Sandstein eingefasst, das Mansard- Walmdach ist beschiefert.
Vom Hof aus führt eine Backsteinbrücke über den Wassergraben zum Eingang.
Diese Brücke lässt deutlich eine ehemalige Zugbrücke erkennen.
Über dem Hauseingang ist ein Wappenstein eingelassen mit der Jahreszahl "1722".
Die Trennung von Haupt- und Vorburg durch einen Wassergraben ist erhalten.
Dieser umfasst auch Teile der Vorburg bzw. der heutigen Wirtschaftsgebäude aus dem 20.Jh..
An der Südwestseite ist der Wassergraben mit dem Erdreich gefüllt und damit unterbrochen.
Die Einbeziehung des Wohnturmes in eine größere Burganlage muss bereits vor 1722 geschehen sein;
wann dieser Umbau stattfand, war bisher nicht festzustellen.
Heute beherbergt das weitläufige Hofgelände von Wilfried und Ursula Jochemich einen Reitbetrieb,
mit Stallungen, Reithalle und Reitplätzen.
Die Söhne Christian und Achim repräsentieren die vierte Generation.

Text: Dr. Josef Schmitz